Historisches Torhaus des Münsterlandes

Heimatverein engagiert: Vermessung und Dokumentation in 3D mit neuester Laser-Technik

03.03.2021, 18:59 Uhr | Senden

Das Münsterland wird mit seiner Parklandschaft deutlich durch die bäuerliche Kultur geprägt. Dazu gehört neben der besonderen Lebensart im Münsterland auch die historische Infrastruktur in Form von Höfen und Wirtschaftsgebäuden.

Eine Bauart der Wirtschaftsgebäude waren sogenannte „Torhäuser“ die sich durch zwei große, gegenüberliegende Tore in Form einer Durchfahrt auszeichneten. Diese Bauart ermöglichte das Be- und Entladen von Fahrzeugen direkt im Gebäude wodurch das Einlagern der Ernte erleichtert wurde.
Eine derartige historische Scheune befindet sich auf dem Hof Schulze-Forsthövel. Sie soll zunächst abgebaut und sicher eingelagert werden um sie ggf. an anderer Stelle wieder neu zu errichten und dann einer sinnvollen Nutzung zuzuführen.
Torhaus
 
Vor dem Abbau ist eine exakte Dokumentation und Vermessung der Konstruktion erforderlich, die in diesem Fall mit neuester Messtechnik der Firma gisME® mit Firmensitz in Senden kostenlos vorgenommen wurde. Hierfür sei an dieser Stelle dem CDU-Ratsmitglied und Firmeninhaber Hartig Treckmann herzlich gedankt.
Bei der Vermessung der Scheune von außen und innen kam das X7 3D-Laserscannersystem zum Einsatz welches in der Lage ist ca. 300.000 Messpunkte/Sekunde aufzunehmen. Diese Punktwolken werden noch vor Ort ausgewertet und zu einem 3D-Modell zusammengefasst, welches danach virtuell begangen werden kann.
Alle Messdaten werden zusätzlich mit parallel erzeugten Farbfotos verschnitten. Das erzeugte Modell kann dann am PC betrachtet und analysiert werden, wobei gefragte Abmessungen direkt am Bildschirm abgegriffen werden können. Damit sind alle Daten gesichert und können zur Veröffentlichung und Dokumentation genutzt werden.
Im nächsten Schritt soll die Scheune mit Hilfe des Heimatvereins und durch tatkräftige Unterstützung des landwirtschaftlichen Ortsverbands abgebaut und in die einzelnen Konstruktionselemente zerlegt werden. Anschließend werden die Fachwerkelemente auf dem Firmengelände von Karl Schulze-Höping bis auf weiteres sicher gelagert.